Pony, 1972 vom Uruguayer Roberto Muller in New York gegründet, hatte innerhalb kurzer Zeit den amerikanischen Sportartikelmarkt mit seinen Produkten aufgerollt. Muller war einer der ersten, der Sportschuhe und Sportbekleidung nicht nur für den Einsatz auf dem Sportplatz konzipierte, sondern auch für das Tragen auf der Straße. Pony verband also Sport mit Lifestyle. Bevor Muller Pony gründete, arbeitete er lange für Levi Strauss in Argentinien und Miami. Da Levis nicht an der Gründung eines eigenen Sportartikelablegers interessiert war, gründete Muller sein eigenes Unternehmen – mit finanzieller Rückendeckung seines alten Arbeitgebers. Und – heimlich und kaum bekannt – auch durch Horst Dassler. Nachdem es Dassler gelungen war, Le Coq Sportif innerhalb von zehn Jahren zu einer weltweit anerkannten Sportmarke zu machen, versuchte er mit weiteren Beteiligungen so groß zu werden, dass er auch ohne die Adidas-Mutter in Herzogenaurach hätte bestehen können. Denn in der Heimat mahlten die Mühlen wesentlich langsamer als in seiner Wahlheimat Frankreich.
Nachdem der italienische Nationalspieler Paolo Rossi ab dem WM-Jahr 1982 mit Pony spielte, wurde die Marke auch in Europa als Fußballmarke bekannt. Als Pony bei Borussia Dortmund und Bayer Uerdingen als Ausrüster einstieg, war das ein von Horst Dassler genehmigter Versuchsballon. Jedoch verlor Pony vor Gericht gegen einen schon länger existierenden Kindermodenhersteller selben Namens und durfte – als Konsequenz daraus – keine Textilien unter dem Namen Pony in Deutschland vertreiben. Für Horst Dassler wahrscheinlich eine willkommene Steilvorlage, das Experiment schnell wieder zu beenden: Denn ähnlich wie zehn Jahre zuvor mit Le Coq Sportif, wäre eine Expansion in Deutschland – auf Kosten der Marke Adidas – nicht im Sinne der Familie gewesen.
1986 übernahm Dassler dann Mullers Anteile und drängte den Gründer aus seinem eigenen Unternehmen. 1991 kaufte die britische Pentland-Gruppe Pony und stattete in den Folgejahren zahlreiche Premier League Clubs aus. Seit 2006 gehört Pony der in Hong Kong ansässigen Symphony Holding. Die Rechte für Nordamerika erwarb 2015 die Iconix Group, der unter anderem auch Umbro gehört. Ironie des Schicksals: Die internationale Pony Holding in Hong Kong holte Muller als Berater zurück und startete in den letzten Jahren ein Comeback in Europa und Asien.